Mein Name ist Rolf Hackemann. Ich fotografiere seit ungefähr 40 Jahren.
Angefangen hat alles im Alter von 6 oder 7 Jahren beim Tode eines Bruders meiner Mutter, der uns unter anderem eine alte Agfa Clack hinterlassen hatte.
Damals wußte ich noch nichts über Fotografie, ich war nur neugierig, was das für ein komischer Apparat sei.
Das sei ein Fotoapparat, entgegnete meine Mutter auf mein Frage.
Neugierig geworden, bettelte ich so lange, bis meine Eltern einen Film (Rollfilm im Format 6x6cm) kauften und mir halfen, den Film einzulegen.
Als dann der nächste Familienausflug anstand, war die Kamera mit im Gepäck.
Damals hatte ich mich mit dem "Virus" Fotografie angesteckt, den ich bis heute nicht los geworden bin.

Zum Glück war die Bedienung der Agfa Clack nicht sonderlich schwer, man mußte nur auf den Auslöser drücken, die Belichtung wurde mit kleinen Symbolen eingestellt.
Einzige Hürde war das Einlegen und Weitertransportieren des Films.
Die Ergebnisse dieser ersten Bilder waren aus heutiger Sicht zwar nicht sehr gut, aber mein Interesse war geweckt.
Von jetzt an hielt ich die Familienausflüge im Bild fest, auch wenn diese ersten Versuche mehr ein Knipsen waren als bewußte Fotografie.

Meine erste eigene Kamera war eine Agfa Pocket-Kamera, die man bequem in die Tasche stecken konnte, die ich im Alter von 9 oder 10 Jahren zu Weihnachten bekam.
In dieser Zeit fing ich an, Fotozeitschriften zu lesen und mir aus Fotobüchern das notwendige Hintergrundwissen anzueignen, denn schließlich wollte ich ja einmal ein berühmter Fotograf werden.
Als pubertierender Teenager trat die Fotografie in den Hintergrund, Mädchen waren irgendwie interessanter damals.
Ganz weg war die Fotografie nie, auf die Frage "Was hast Du denn für Hobbies?" antwortete ich regelmäßig (und großspurig): "Ich bin Fotograf".

Als zum Ende der Realschulzeit die Berufswahl dann konkret wurde, hatte ich die Chance, in Hamburg eine Fotografen-Ausbildung zu machen.
Nach intensivem Nachdenken und einigen Gesprächen mit einer Tante, die damals als Fotolaborantin bei einem Fotografen gearbeitet hatte, schlug ich diese Chance allerdings aus.
Gehindert hat mich damals an der Berufswahl Fotograf, das ich so fotografieren wollte, wie ich die Dinge sehe, und mir nicht von Auftraggebern vorschreiben lassen wollte, wie ich zu fotografieren habe oder mein Dasein in einem Fotogeschäft zu fristen, um leben zu können.

Nach der Realschule bin ich in die gymnasiale Oberstufe gegangen.
Von der Bafög-Nachzahlung damals habe ich mir dann, mit Erlaubnis meiner Eltern, meine erste Spiegelreflex-Kamera gekauft, eine Olympus OM2N.

Hier wurde aus dem "normalen" Hobby Fotografie eine intensive Beschäftigung mit dem Medium Fotografie.
Zusammen mit 2 Nachbarskindern und einem weiteren Mitschüler kaufte ich mir eine Dunkelkammer-Einrichtung und fing an, Schwarz-Weiss zu fotografieren und die Filme anschliessend selbst zu entwickeln und zu vergrößern.
Das notwendige Wissen saugte ich aus Fotozeitschriften und Lehrbüchern für Fotografie, und einfach durch die Praxis.

Mit dem Zivildienst und der Ausbildung zum Krankenpfleger brach nicht nur beruflich ein neuer Abschnitt an, auch fotografisch brach ein neuer Abschnitt an:
Die Ausrüstung wurde erweitert, und ich besuchte einige Workshops, zum Beispiel über Portraitfotografie und Aktfotografie, um mein Wissen zu erweitern.
Von der Schwarz-Weiss-Fotografie wechselte ich zurück in die Farbfotografie, was anfangs schwerer war als ch geglaubt hatte.
Von einem Praktikanten erwarb ich meinen ersten, gebrauchten Computer und machte erste Gehversuche auf dem Gebiet der elektronischen Bildbearbeitung. Das brachte mich auch wieder zurück von der Diafotografie hin zur Fotografie mit dem "normalen" Negativfilm.
Die Fotos, die ich der Bearbeitung mit dem Rechner unterzog, scannte ich mit einem Scanner ein, um sie dann auf dem Rechner zu bearbeiten. Die Bearbeitung beschränkte sich jedoch auf grundlegende Korrekturarbeiten und eine dezente Betonung der vorhandenen Licht- und Bildwirkung.
Die Bildbearbeitung bot mir jetzt auch die Möglichkeit, bei Portraits die fehlende Lichtführung durch eine Studioeinrichtung zum Teil im Nachhinein zu kompensieren und am Rechner nachzustellen. Das brachte mir neue Möglichkeiten, fehlende Ausrüstung am Rechner zu kompensieren.

Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie lernte ich schnell die Vorteile schätzen:
Bildergebnisse waren sofort sichtbar, und ich hatte quasi einen ganzen Koffer voll verschieden empfindlicher Film bei jeder Fotoexkursion mit dabei...ich konnte die Filmempfindlichkeit ohne Umständliches Hantieren mit teilbelichteten Filmen bei jeder Aufnahme den Lichtverhältnissen anpassen.
Machte ich die ersten Gehversuche in der Digitalfotografie noch mit einer etwas besseren Kompaktkamera, stand schnell für mich fest, das meine Möglichkeiten der Umsetzung meiner Bildideen mit einer Kompaktkamera enge Grenzen gesteckt waren, und so schaffte ich mir eine digitale Spiegelreflexkamera an.
Meine heutigen Aufnahmen entstehen in der Regel alle mit einer digitalen Spiegelreflexkamera.

Ich mache jedoch mittlerweile auch Aufnahmen mit dem Smartphone.
Die Qualität ist zwar nicht mit der einer DSLR vergleichbar, aber gut genug, um mal schnell eine Erinnerung festzuhalten.